Angekommen in Bologna zur Enologica 2017

 

 

 

Oft bin ich mit dem Zug gefahren, dabei ist es nur ein kurzer Flug von München nach Bologna.
Ein Zeitersparnis, das sich lohnt: früh aufgebrochen bezog ich bereits um 11:00 Uhr mein Hotelzimmer und war bald unterwegs zum Mercato delle Erbe.
In der Halle wird schönstes Gemüse, Käse, Fleisch angeboten, was ohne Küche leider nichts nützt.
Auch das Fischlokal dort sah einladend aus.

Nun, ich kann mich immer schlecht entscheiden, irgendwie wollte ich mich auch nicht richtig hinsetzen, also weiter durch die Stadt. Verschiedene Lokale inspizieren, Karten im Aushang lesen, wie immer, wenn nichts geplant ist, was wiederum selten vorkommt:
Restaurantbesuche sind oft Wochen vor der Abreise immer durchorganisiert.
Manchmal lasse ich mir aber auch etwas Freiheit, wie an diesem Tag.

Freiheit in Kombination mit Unentschlossenheit führt irgendwann zu großem Hunger
und mit ziemlicher Sicherheit in DAS Feinkostgeschäft der Stadt.

Die Schaufensterdekoration von Tamburini mit all den Würsten und den fertigen Gerichten zum Mitnehmen, wie Seezungen und Pollo al Diavolo, überzeugten mich: da muss ich rein.
Ich habe seit meiner Kindheit mein ganzes (Taschen-) Geld in Feinkostgeschäften gelassen,
ist heute nicht anders.

Auch hier wusste ich nicht, wo ich anfangen soll, die Weinbar mit Schinkenplatten
wurden mein erstes Ziel.
Ein Brettchen mit Culatello und ein Glas Spumante wirkten nach Anreise und Stadtrundgang absolut wiederbelebend.
Tagliatelle al ragù habe ich noch im direkt (auch dem Geschäft) angeschlossenen Selbstbedienungsrestaurant gegessen.
Dort gibt es auch Fisch anderes aus der Auslage, es ist kein ruhiger Ort, war für mich aber perfekt:
ein sehr gutes Gericht und nicht lange rumsitzen.
Ich wollte noch im Hotel lesen und ausruhen, bevor es zum vorabendlichen Essen mit dem Konsortium der “Enologica – Salone del vino e del prodotto tipico dell’Emilia Romagna” ging.

Unsere sympathische Pressegruppe lernet sich so im traditionellen (seit 1927)
Caminetto d’oro erstmals kennen.

Das Menü: die mit der Hochzeitssuppe vergleichbare „Zuppa Imperiale“ enthält Würfelchen
von Parmesan und Hartzweizengrieß, dazu kleine Kalbsklößchen.
Die „Tortellaccio di Ravioglio“ schmeckten ganz hervorragend mit den Pilzen,
das Spanferkel mit Ofenkartoffeln ist eh immer meins in Italien.
Der Abschluss hätte nicht besser sein können: die famos-saftige und bunte Zuppa Inglese.

Der Weinbegleitung‘ größte Überraschung war der Lambrusco von Cantina Paltrinieri.
Der lachsfarbene, feinperlende Radice verfügt über leichte Aromen von Himbeere und Grapefruit, das Säuerliche zieht perfekt das Fett der Speisen vom Gaumen ab.
Was wir über Lambrusco und Schaumweine hier wieder gelernt haben: sie ergänzen sich perfekt mit fetten und deftigen Speisen.
Ist zwar nichts neues, vor allem in der Emilia-Romagna etwas seit jeher Traditionelles.
Radice blieb unser Liebling bis zum Ende der Enologica.

Drei Donà’s „Il Tornese“ Cuvée Bianco VDT 2016 setzt sich aus 50% Chardonnay,
48% Riesling Renano und 2% Malvasia zusammen.
Kräftig, elegant und mit feiner Säure passt er zum Ravioli und hält auch dem Spanferkel stand.

Die ideale Rotweinbegleitung zum Ferkel wie ach zum Dessert: Noelia Ricci “Godenza” Sangiovese di Romagna Superiore DOC.
Ein 100% Sangiovese, Aromen von kräftigen roten Beeren und Gewürznoten schmecken ebenfalls zu Hauptgang und Zuppa Inglese.

So war die Vorfreude bei allen auf den nächsten Tag groß, die Eröffnung der Enologica 2017.
Ich berichte.

2 Kommentare

  • Andrea
    3 Wochen ago

    Hallo Petra,

    hoffe Du wirst auch in diesem Jahr wieder viel und nett eingeladen. Mich packt ja immer im wildem Wechsel das Fernweh und der Appetit auf die tollen Gerichte, die Du immer so herrlich beschreibst und mit tollen Bildern untermalst. Die mich auch immer wieder bei Küchen-Ideen-Flaute inspirieren und zum Kochen veranlassen.

    Danke dafür

    • 3 Wochen ago

      Liebe Andrea,
      das freut mich sehr, danke!
      Ich komme da auch immer auf Ideen, wie mit den Tagliatelle al ragù. Ewig nicht gegessen verliere ich auch irgendwann die genaue Vorstellung, wie die zu schmecken haben. Wenn ich dann zurückkomme koche ich immer gerne etwas nach.
      Liebe Grüße
      Petra

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