Das Olio Toscano IGP der Abbazia di Monte Oliveto Maggiore

Südlich von Siena liegt die Abbazia di Monte Oliveto Maggiore und blickt auf eine lange Geschichte zurück: die Gründungsurkunde des Klosters stammt aus dem Jahr 1319, Gründer war der aus Siena stammende Bernardo Tolomei, der Begründer der Gemeinschaft der Olivetaner, ein benediktinischer Zweigorden. Gemeinsam mit vier Freunden lebten sie nach den Regeln des heiligen Benedikt und 1344 wurde der neue Orden vom Papst bestätigt.


Dem Leitsatz der Benediktiner „Ora et Labora“ wird hier gefolgt und neben der Spiritualität und der Arbeit wird große Wert auf Kunst gelegt, viele Künstler kommen als als Gäste hierher. Die im romanischen Stil erbaute Kirche (1400 – 1417) wurde 1772 von Giovanni Antinori da Camerino im barocken Stil neu gestaltet.

Kürzlich wurde die Abbazia prominent gewürdigt, indem sie als eine der Top-Destinationen in die Liste „Best of the World 2025“ von National Geographic aufgenommen wurde.


Eine schöne Intarsienarbeit ist die Katze, sie ist ein Sinnbild für das Leben der Mönche, die nach dem Eintritt ins Kloster dieses nicht mehr verlassen, wie die Katze, die an ihre Umgebung und ihr Haus gebunden ist und nicht wie der Hund dem Herren folgt.
Don Andrea führte uns weiter in den Chor mit seinen 125 Stühlen, geschnitzt von 1503 bis 1505 von Fra Giovanni da Verona und mit Intarsien verziert, die weltweit zu den schönsten gehören.


Sie zeigen Vögel, Instrumente, sakrale Gegenstände und Landschaften mit räumlichen Darstellungen und somit frühe perspektivische Arbeiten.


Berühmt ist der Kreuzgang für seine Freskenzyklen der Renaissance mit 36 Fresken von Luca Signorelli (bis 1498) und Giovanni Antonio Bazzi, genannt Sodoma (ab 1505). Wie in jedem Benediktinerkloster schildern die Fresken das Leben des heiligen Benedikt.


Auf seinem Selbstporträt zeigt sich Il Sodoma in aufwändiger Garderobe, für die er ein Schwäche hatte wie auch für Pferderennen und ein ausschweifendes Liebesleben.


Unser Führung durch das Kloster endete in der Bibliothek mit seinem Intarsienschrank und dem Nebenraum mit frühen Landschaftsdarstellungen.


Im Weinkeller angekommen sind wir am Ziel unseres Klosterbesuchs: hier findet die Olivenölprobe statt.


Seit der Ordensgründung betreiben die Mönche Landwirtschaft, sie pflanzten Weinreben, Olivenbäume, Getreide und Safran an und so ist es bis heute. Die Abbazia bewirtschaftet 25 ha Olivenhaine mit rund 5000 Bäumen.
Geerntet werden die Oliven manuell und zur ordenseigenen Mühle gebracht, die dem heiligen Benedikt gewidmet ist.
Gepresst wird bei kontrollierter Temperatur unter 27°, der Kaltextraktion und nach der Filterung kommt das Olivenöl bei kontrollierter Temperatur zur Lagerung in spezielle Stahlbehälter.
Das frische Öl hat eine intensive grüne Farbe und verfügt über Aromen von grünen Oliven, frischen Gras, dazu kommt eine schöne Bitterness, würzige Schärfe und der anhaltende, ausgewogene Geschmack.
Das Toscano PGI Extra Vergine Olivenöl der Abbazia di Monte Oliveto Maggiore wird nach den strengen Regeln des Consorzio Olio Toscano IGP produziert:
Geografische Herkunft: Der gesamte Produktionsprozess – vom Anbau der Oliven über das Pressen bis hin zur Abfüllung – muss ausnahmslos im administrativen Gebiet der Region Toskana stattfinden.
Oliven: Es dürfen nur spezielle, in der Toskana heimische Olivensorten (wie Frantoio, Leccino, Moraiolo, Maurino, Leccio del Corno, Pendolino und Correggiolo) verwendet werden, die im Reglement aufgeführt sind.
Ernte: Die Oliven müssen direkt vom Baum gepflückt werden (manuell oder mechanisch). Das Sammeln von Oliven vom Boden ist verboten, um die Qualität der Oliven zu sichern.
Extraktionsmethoden: Es sind ausschließlich traditionelle mechanische und physikalische Verfahren zur Ölgewinnung erlaubt.
Qualitätskontrolle: Das Öl muss strenge chemische und organoleptische Analysen bestehen, die von einem Expertengremium des Landwirtschaftsministeriums durchgeführt werden. Erst nach bestandener Prüfung darf es als „Toscano g.g.A.“ abgefüllt werden.
Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung: Jede Flasche trägt ein fälschungssicheres Kennzeichen des Konsortiums mit einem alphanumerischen Code, der die vollständige Rückverfolgbarkeit der Lieferkette (vom Erzeuger bis zum Abfüller) ermöglicht.
Verpackung: Das Öl muss in entsprechenden Behältern mit einem maximalen Fassungsvermögen von 10 Litern (oder 5 Litern bei zusätzlicher geografischer Erwähnung) in der Toskana abgefüllt werden.


Weine dürfen wir auch noch verkosten und es ist schön zu sehen, wie stolz Don Andrea auf die Produkte der Abtei ist.


Im Klosterladen gibt es das Olivenöl, schöne Bretter aus Olivenholz, Wein und Safran zu kaufen. Zu meinem Einkauf von Öl und Wein kam auch noch ein Päckchen Safran.



https://www.agricolamonteoliveto.com
Ich danke Projekt Gusto und den beteiligten Konsortien für die Einladung zu dieser Recherchereise.