Martin Schönleben’s Oberpfälzer Haferplätzchen


Nach der Buchmesse habe ich mich eingehend mit Martin Schönleben’s Buch
„Heimat. Das Backbuch“ beschäftigt.
Leider muss ich gestehen, noch nie in Martin’s Konditorei gewesen zu sein, aber wir kennen uns seit
unseren Blogger-Anfangstagen.
Und ich habe so schon viele seiner ausgezeichneten Plätzchen gegessen, die er zu verschiedenen Gelegenheiten mitgebracht hat.
Auch weiß ich so von seinem großen Interesse für überlieferte, historische und traditionelle Rezepte.
Was uns verbindet, er auf der süßen Seite, ich auf der herzhaften.

Stark süddeutsch gefärbt ist das Buch in seinen Traditionen, wie ich es auch bin:
wir sind beide Bayern.
Wobei ich aus einem Geschäftshaushalt stamme, meine Urgroßmutter ist die letzte mir bekannte Frauenlaufbahn, sie war berufstätig, unter anderem als Köchin in Wien.
Meine Oma konnte nicht sonderlich kochen, dafür aber backen, Rohrnudeln waren ihre Spezialität (nichts Kompliziertes).
Sie ging sehr gerne Arbeiten, zu Hause bleiben war ihr, trotz drei Kindern, fremd.
Meine Mutter wieder konnte hervorragend kochen (tut sie auch noch gelegentlich, wir kochen aber meist gemeinsam).
Aber auch sie war ganztags im Antiquariat beschäftigt, wollte auch nie daheim bleiben.

Da bleiben Traditionen auf der Strecke, was mich persönlich nicht weiter interessiert hat.
Ausser dem nie stattfindenden Gänsebraten-Essen an Kirchweih, da waren wir immer auf der Kirchweih-Auer Dult.
Ich habe meine Traditionen in der Fleischküche gesucht und auch in der Küche meiner Mutter wiedergefunden, die sie wohl wieder von ihrer Großmutter übernommen hat.
Gehe ich auf die Suche nach Gebäck tue ich das immer in meinen antiquarischen Kochbüchern, meist finde ich was in den Büchern noch vor 1900.

So habe ich in Martin’s Backbuch „mein“ Backbuch gefunden.
Beziehungsweiser „unser“, denn meine Mutter meinte, wir bräuchten jetzt kein anderes mehr.

Publiziert im Insel Verlag erschien es als großformatiges Inselbuch in der Insel-Bücherei, was mir sehr gefallen hat.
Denn über mein Antiquariat habe ich schon seit meiner Kindheit Bezug zum Insel Verlag,
gab und gibt es zahlreiche Insel-Bücherei Sammler.

Aber zum Buch:
Martin erzählt im Vorwort über handgeformte Gebildebrote und Brauchtumsgebäck, deren verschiedene Formen wie „Manschgerl“, Tiere, Brezen oder Zöpfe.
Über Patengeschenke und Brotfiguren, die Symbolkraft haben und wie sich die Bräuche verändert haben.
Unterteilt in Monate beginnt es im Januar mit Neujahrsbrezen.
Am 5. Januar geht es mit dem Glöckltag weiter, der Perchta und den Raunächten, hier gibt es Pertchtnudeln.

Faschingszeit, Heiligen- und Feiertage wie Karfreitag oder Maria Lichtmeß, Ostern, Pfingsten oder Jahreszeiten, alle haben ihr spezielles Gebäck, wie der Herbst den Datschi.

Was meine Mutter und mich betrifft ist die Weihnachtsbäckerei seit Kindheit ein Problemfall:
ich will Aufwand betreiben, da ist mir Zeit und Mühe egal. Aber es soll etwas sehr besonders dabei entstehen.
Mein Mama, ist im Gegensatz zu mir, sehr praktisch veranlagt, schnell soll es gehen, viel rauskommen dabei, damit was zum verschenken da ist.
Meine Mutter will eben ein Tütchen verschenken und nicht einen Keks, das wäre ihr befremdlich.
Mein Problem: ich mag keine Butter- oder Mürbteigplätzchen, wie ich auch Rührkuchen nicht ausstehen kann.

Die Lösung: Martin’s Oberpfälzer Haferplätzchen!

Fantastisch locker, schmecken toll nach Haferflocken, aber nicht „alternativ“, knusprig sind sie, auch je nach Farbe mehr oder weniger.
Inzwischen ist das 5. Blech gebacken, täglich eines, und werden wir weitermachen.
Ich backe manche nur 10 Minuten, andere 12, so bräunen die einem mehr, die anderen weniger.
Denn ich bin bei der Größe etwas vom Rezept abgewichen, bei mir kommen nur ca. 23 statt 30 raus, sie sind wohl etwas größer, das Original scheint Oblatengröße zu haben.
Was mir zumindest egal ist (Dir, Martin, hoffe ich auch;)

ich habe mir eigentlich die Springerle ausgesucht, Förmchen hätte ich auch und vielleicht backe ich mein „Poser-Gebäck“ dann nachts. Sonst gewinnt meine Mutter mit dem allgemeinen Zeitproblem.
Was mir mit Martin’s kleinen (bei mir twas groß geraten), feinen Oberpfälzern auch nichts ausmacht….

Vielleicht backe ich für Weihnachten noch Störibrot, bevor ich im Januar sicher weitermache.

Das Buch im Insel Verlag:

Heimat – Das Backbuch

Martin’s Blog – Einfach ein schönes Leben.
Mit vielen Rezepten und Einblicken

Cafè Schönleben

Oberpfälzer Haferplätzchen
martin oberpfälzer
Rezept drucken
Portionen Vorbereitung
30 Stück 5 Minuten
Kochzeit Wartezeit
10-11 Minuten 5 Minuten
Portionen Vorbereitung
30 Stück 5 Minuten
Kochzeit Wartezeit
10-11 Minuten 5 Minuten
Oberpfälzer Haferplätzchen
martin oberpfälzer
Rezept drucken
Portionen Vorbereitung
30 Stück 5 Minuten
Kochzeit Wartezeit
10-11 Minuten 5 Minuten
Portionen Vorbereitung
30 Stück 5 Minuten
Kochzeit Wartezeit
10-11 Minuten 5 Minuten
Zutaten
  • 120 Gramm Haferflocken kleine Flocken
  • 80 Gramm Butter
  • 80 Gramm Zucker
  • 50 Gramm Mehl
  • 1 Stück EI
  • 3 Gramm Backpulver
  • etwas Zitronenabrieb
Portionen: Stück
Anleitungen
  1. Butter in einer Pfanne auf mittlerer Hitze schmelzen lassen. Haferflocken zufügen und 2 - 3 Minuten rösten. Abkühlen lassen
  2. In einer Schüssel Eier mit dem Zucker schaumig rühren.
  3. Mehl mit Backpulver zugeben und gut vermischen.
  4. Dann die Haferflocken gut untermischen.
  5. Backblech mit Backpapier belegen. In ca. 3 cm Abstand kleine Häufchen auf das Papier verteilen und flach drücken.
  6. In den auf 180 ° vorgeheizten Ofen schieben und 10-12 Minuten backen.
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Rezept

1 Kommentar

  • Liebe Petra,

    deine Haferplätzchen schauen doch einfach genial aus. Es freut mich unendlich, dass dir mein Buch so gut gefällt und ich wünsche dir noch viel Spaß beim weiteren Nachbacken. Ja wird doch langsam einmal Zeit, dass du den Weg nach Puchheim findest.

    Es grüßt herzlich aus dem wilden Westen von München

    Martin

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