Kochen auf Kloster Beuerberg – Der Bürgermeister will Soße!

 

 

Im letzten Sommer feierten die Salesianerinnen im Kloster Beuerberg das 350-jährige Bestehen ihres Ordens.
Das Menü zur Feier kochten Dr. Christoph Kürzeder, Leiter des Freisinger Diözesanmuseums und ich zusammen mit einigen Helfern und Helferinnen.

Nun habe ich mir im Juni letzten Jahres das Großzehgelenk gebrochen, was mir das ganze restliche Jahr
derart erschwert hat, dass ich hier mit meinen Beiträgen noch immer arg hinterher bin.
Mitte Oktober schloß das Kloster über den Winter, so war es schnell zu spät mit meinen schönen Sommerbildern.

Aber das zauberhaften Kloster Beuerberg kann ab Mai 2018 wieder besucht werden,
eine neue Ausstellung „SPIELEND LEBEN LERNEN!“ wird am 20.5. eröffnen und auch
die Gastronomie geht in die dritte Saison.

Normalerweise kochen in der Klosterküche
Stella Igl und Maxie Denk, die an jenem Wochenende für eine Familienfestivität jedoch frei hatten.
Was lange zuvor besprochen war, das Wochenende fiel dann aber genau auf das Jubiläum der Salesianerinnen.

Dr. Christoph Kürzeder ist ein versierter Koch, was ja aber normal nicht seine Aufgabe ist
und es gab noch einiges andere für ihn zu tun.
So brauchte er Hilfe beim Menü-Entwurf, beim Einkauf und in der Küche, hier kam ich dazu.
Ein italienisches Menü sollte es werden, denn die Salesianerinnen stammen ursprünglich aus dem Piemont.
Kurfürstin Henriette Adelaide rief 1667 die Ordensschwestern aus Vercelli nach Bayern.
Das Klima setzte den Frauen anfangs stark zu und sie sehnten dich nach der Wärme Italiens.

Zu Beratung trafen wir uns im Antiquariat um die verschiedenen Gänge festzulegen.
Am Wochenende zuvor zeigten uns Stella und Maxie die Küche in Beuerberg wie auch
sonst alles Notwendige und wir klärten, wer von Küchenteam und Service mitarbeiten wird.

Zum Mittagessen bekamen wir anschließend die Gerichte der Klosterküche serviert,
wir entschieden uns für Schweinebäckchen mit Aprikosen.
Die Küche verarbeitet regionale Produkte, interpretiert Traditionelles modern
und schmeckt ganz hervorragend.

Das Jubiläum fand am Sonntag statt, wir machten unseren Großeinkauf in verschiedenen
Geschäften am Freitag und fingen am Samstag morgens um 7:00 zu Kochen an.
Aus den Fleischknochen den Fond ansetzen, Gemüse putzen uns schneiden, den Braten
im Kipper zubereiten, das Fleisch konnte über Nacht dann ziehen.
Parmigiana, Caponata und Lasagne konnten auch vorbereitet werden.
Das Fleisch wurde vom Packlhof aus Eurasburg geliefert, Gemüse und Kräuter
kamen zum Teil aus dem Klostergarten.
Das Mittagessen wurde uns vom amtierenden Koch (der uns immer hilfreich zur Seite stand)
der Beuerberger Küche zubereitet, ein ganz wunderbares Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat.

Ich trage zum Kochen zu Hause nie Schürzen, die Klosterschürzen fand ich aber toll:
eigentlich fast ein Kleid. An den oberen Latz ist ein hinten zu bindender Rock angenäht.
Ich fühlte mich damit für die Küche gut gerüstet.

Die Küche verließen wir am Samstag gegen 24:00 Uhr.
Um 7:30 standen wir am Sonntag wieder am Herd, das Essen musste um 13:00 Uhr
serviert werden, nachdem alle aus der Kirche kamen.

Die letzten Salesianerinnen verließen Beuerberg 2014 und kamen erst
zum Jubiläum wieder zusammen.
Für sie war das Menü eine große Überraschung und riesen Freude:
sie hatten ihr Leben lang in dieser Küche für das Schulkloster gekocht,
wurden selbst aber nie von anderen bewirtet.
Daß der Chef Dr. Kürzeder kocht hatte sich vorher schon rumgesprochen
(habe ich später in der Küche erfahren).
Was es aber geben würde, davon hatte niemand eine Vorstellung.

Serviert wurden sieben verschiedene italienische Vorspeisen:

Salumeria mit Käse aus dem Piemont
Bohnensalat mit Thunfisch
Melonenspalten mit Bresaola, Feigen und Johannisbeeren
Kräuter-Frittura mit Trüffelscheiben
Brassato, geschmort in Rotwein aus dem Piemont
Beilagen: Caponata
Weisse Lasagne mit Gemüse
Verschiedene gebratene Gemüse
Parmigiana milanese
Gebäck und Wein wurden in Vercelli bestellt, wo man ungemein hilfsbereit war.

Es wurde erstaunlich viel gegessen, vom Brassato blieb kein Stück übrig und besonders
stolz waren wir, als der Service aufgeregt in die Küche kam und rief „Der Bürgermeister will Soße!“.
Auch von der Kräuter-Frittura mit Trüffelscheiben war am Ende kein Fitzel mehr da.

Nach Kaffee und Plätzchen aus Vercelli ging es in den Klostergarten, dort spielte eine
Blasmusik auf und einige Schwestern tanzten miteinander.

Ein sehr schöner Abschluß des feierlichen Tages war das Konzert der Singer Pur.
Hinterher ging es nach Hause und sofort ins Bett.

Diözesanmuseum Freising

Süddeutsche Wolfratshausen

Kloster Beuerberg

SPIELEND LEBEN LERNEN
Ausstellung im Kloster Beuerberg
20.5. – 7.10.2018

1 Kommentar

  • Wolfgang
    3 Monaten ago

    Die Schnitzel, die haben es mir angetan, aber das Menu respekt!!, Lecker !

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