Unterwegs zwischen Asti und Alba

Nach einer schönen Fahrt durch die Landschaft von Mailand Asti war ich in Isola d’Asti angekommen und saß gleich beim ersten Tasting: Asti Spumante und Moscato d’Asti.

Asti Spumante wurde 1865 erstmals von Carlo Gancia gekeltert. Gancia hatte in Reims die Technik der Champagnerherstellung erlernt und gründete 1850 in Turin seine eigene Firma. 15 Jahre produzierte er kleine Mengen bis er 1865 in die Großproduktion überging und exportierte weltweit.

Produziert wird Asti Spumante als Metodo Classico oder Méthode Charmat , 100 % Moscato Bianco mit 6 – 12% Alkohol. Die jährliche Produktion beläuft sich auf 60 Millionen Flaschen.

Asti Spumante DOCG Dolce 2020. 80-100 Gramm Zucker kommen auf den Liter mit 5,5 % Säure. Fruchtiger als der Brut, als würde man in eine Moscatotraube beißen, mit Aromen von etwas hellen Balsamico.

Asti Spumante DOCG Brut mit weniger Süße aber viel floraler Aromatik. Frisch und elegant, der perfekte Aperitif und auch Speisenbegleiter.

Moscato d’Asti DOCG, mit 5% wenig Alkoholgehalt ideal am Nachmittag und auch als Dessertwein. Viele florale Aromen, etwas Marzipan und die von getrockneten Früchten wie Aprikosen.

Wir besuchen noch das Labor, eines der modernsten Europas.

Hier werden nicht nur Weine aus dem Asti analysiert, auch andere Appelationen lassen hier die Werte bestimmen, welche für die offiziellen Regeln nötig sind: Säuregehalt, Zucker oder Alkohol.

Mit den Maschinen lässt sich alles bestimmen, auch Aromen und Metalle, das Labor arbeitet auch mut der Pisauniversität zusammen. Es werden unter anderem wissenschaftliche Experimente zum Weinbau betrieben, etwa was die Klimawende betrifft.

https://www.valoritalia.it

Das Weingut Carlin de Paulo liegt zwischen Asti und Alba, ist ein Familienbetrieb und ein nachhaltiges Weingut. Die Lese erfolgt nur manuell und es werden keine Pestizide eingesetzt.

Auf Reservierung bietet das Weingut eine Merenderia, Salami, Vorspeisen, Schinken und kleine Gerichte.

Der Spumante Luis wird nur im Stahl ausgebaut. Ein Extra Dry mit 17% Zuckergehalt, 90% Arnies, 10% Moscato. Die Speisebegleitung: Kalbstatar und Vitello Tonnato. 

Oder Terre Alfierie DOCG Arneis “Macadi”. Frisch, floral mit etwas Frucht von Äpfeln und Exotik von Ananas.

Curtis Vitae, 2022, Barbera d‘Asti DOCG, 100% Barbera, Ausbau im Stahl, 13,5 % Alkohol. Kräftige Säure und Tannin, viel rote Früchte. Curtis Vitae wird als idealer Alltagswein vorgestellt, Carlin de Paulo bauen zu 25% Barbera an. 

Elegant und weich ist L‘Acensium, ein Nebbiolo Superiore DOCG. Ausgebaut im Stahl und gebrauchten Barrique, anschließend 6 Monate in der Flasche. Gewollt jedoch ohne Holznoten. Rund, weiche Tannine und Aromen von roten Früchten und roten Beeren.

Dazu passt besonders gut die Salbeibutter zu den Ravioli.

Zum Tiramisu trinken wir noch einen Schluck Moscato d’Asti DOCG, Fiulin. 5.5 % Alkohol, floral mit einer angenehmen Säure.

Probiert wurde noch aus einer anderen von Linie “Bricco della Cappelletta” Cisterna d’Asti Superiore. Zu 100% Croatina, gereit für 18 Monate in französischen Barrique, kräftigere Tannine und lange Lagerfähigkeit. Hier werden nur 1500 Flaschen im Jahr produziert.

Abends sind wir zurück in Asti und beschließen den Tag in der gemütlichen und doch etwas eleganten “Osteria del Diavolo” im Zentrum der Altstadt.

Unser erster Wein: Deltetto Alta Langa Brut Millesimato. Perfekte Begleitung zu Fisch und Krustentieren, passt so auch super zu Stockfischcreme .

Frisch auch zum Gemüsegarten mit Tumin, einem traditionellen Frischkäse mit knackigen Gemüsen.

La Tota. Barbera d’Asti DOCG kam zu Zwischengang und Hauptgang auf den Tisch. Ich hatte mit Fleisch gefüllte Plin bestellt, über die noch etwas Trüffel gehobelt wurde.

Dazu schmeckte La Tota Marchesi Alfieri, Barbera d’Asti DOCG. Weich, etwas Holz, dunkle Früchte, passt gut zur Fleischfüllung und zur Erdigkeit des Trüffels.

Rot war auch die Begleitung zur Rinderbacke geschmort in Timorasso. Das vegetarische Gericht am Tisch: Trofie mit Basilikumpesto, Kartoffeln und Bohnen.

Ich hatte mich für “Il Cuppin” entschieden, einer Fischsuppe mit Tomaten, Fisch und Krustentieren und dazu La Trota getrunken.

Canoli mit Eis kam noch der Moscato d’Asti DOCG Volo di Farfalle ins Glas, der perfekte Abschluss des Tages.

https://osteriadeldiavolo.it/

Ich danke dem Consorzio dell’ Asti DOCG für die Einladung zu dieser Pressereise.

Ich bin Petra Hammerstein, zwischen den Mahlzeiten führe ich unseren Fami­lien­betrieb, das Antiquariat Hans Hammer­stein in der Mün­chener Türkenstrasse. Mein Interesse gilt dem Essen und vom Mut anderer möchte ich erfahren.