Ein Besuch bei Fontanafredda, Barolo-Tasting bei Macarini und ein Spaziergang durch Alba

Alba

Das Weingut Fontanafredda in Serralunga d’Alba hat eine besondere Geschichte:

Das Weingut Fontanafredda in Serralunga d’Alba hat eine besondere Geschichte: 

1858 kauft König Vittorio Emanuele II das Gut für seine Geliebte „La Bella Rosina“  und überschreibt es offiziell ihren Kinder Maria Vittoria und Emanuele Alberto, Graf von Mirafiore und Fontanafredda.

Der erste Barolo-Weinberg wurde 1866 erworben, Graf Emanuele Alberto begründet das Weingut mit damals 300 Hektar, die ersten Weine kamen 1870 heraus,1886 wird der erst Barolo exportiert, ab 1886 werden Zementfässer eingesetzt, die ersten in Europa.

Das Weingut florierte mit 200 Beschäftigten und 40 auf dem Gut lebenden Familien, auch das Dorf entwickelte sich mit Schule und Kirche.

Emanuele Alberto starb 1894 und sein Sohn Gastone übernahm mit erst 18 Jahren. Erst kam die Reblaus, dann die große Finanzkrise der 20er Jahre und der Betrieb musste 1931 an die toskanische Bank Monte dei Paschi di Sienna und die Familie Gancia verkauft werden.

Nach dem Krieg entwickelte Cavalier Bressano zwischen 1950 und 1959 die Marke Fontanafredda mit einem hohen Qualitätsanspruch, 1959 produziert man den ersten Spumante Methodo Classico “Contessa Rosa“, der Barolo Cru “La Rosa“ ist 1964 der erste zertifizierte Jahrgang der Region aus dem gleichnamigen Weinberg. 1988 kommt der Barolo Serralunga auf den Markt.

2008 kaufte Oscar Farinetti und Luca Baffigo das Anwesen, sie entwickelten die Marke weiter und so 2008 kommt der Barolo „La Rosa“ unter die Top 100 des Wine Spectators.

2015 stellt das Weingut auf biologischen Weinbau um und 2018 zum 160sten Geburtstag wird die erste biologische Ernte eingefahren. Und weitere Auszeichnungen folgten bis heute, mittlerweile ist Fontanafredda mit 120ha eines der größten Weingüter im Piemont.

Nach einem Gang durch den historischen Weinkeller, hier wurde übrigens 1986 die Organisation Slow Food von Carlo Petrini gegründet, und vorbei an moderner Fassreinigung machen wir einen Spaziergang durch den Park mit seinen historischen Bäumen und vorbei am See kommen wir zum Eingang des ehemaligen Eiskeller.

Heute befindet sich hier ein schicker Flaschenkeller.

Fontanafredda bietet auf seiner immensen Fläche verschiedene Unterkünfte, hier können Hochzeiten und Veranstaltungen verschiedenster Art abgehalten werden. Auch große Konferenzräume Das Gastronomieangebot: ein Michelinstern Restaurant “Guidoristorante” in der Villa Reale und die Osteria Disguido.

Das Tasting beginnen wir mit Spumante: Asti D.O.C.G, 100% Moscato bianco, 7% Alkohol, Méthode Charmat. Leicht, blumig, mit Noten von Linden- und Orangenblüten, Limette und Honig perfekt zum Dessert oder auch nur Obst.

Alta Langa D.O.C.G Vigna Gatinera Riserva 96 mesi Blanc de Noir 2015. Pas Dosé Brut Nature, Methodo Classico, 12% Alkohol, 100% Pinot Nero. Bis zum Blend reift ein Teil in Stahl, der andere Teil im Barrique. Trocken, frisch, etwas Brioche, etwas Toast und helle Früchte, ein super Aperitif.

Val di Tana Roero Arneis aus der Linie Fuoriclasse. Ein Teil der Trauben ( bis zu 30 %) wird in abwechselnden Schichten von ganzen Trauben und einzelnen Beeren vinifiziert, ein 100 % Arneis. Etwas Honig, weisse Blüte, exotische und gelbe Früchte, für mich ideal zu hellen Fleisch, Fisch, Risotto oder Vorspeisen.

Mare Brune Nebbiolo d’Alba stammt ebenfalls aus der Linie Fuoriclasse. Der Nebbiolo kommt nach Ausbau im Stahl noch  12 Monate in Barriques aus französischer Allier-Eiche. Dunkle Beeren, feine Gewürznoten, elegant florale und angenehm sanften Tanninen ist der Nebbiolo ein idealer Speisebegleiter zu Braten- und Schmorgerichten, verträgt auch Gewürze und passt gut zu Roastbeef.

Aus der Linie Renaissace: Barbera d’Alba Raimonda und Barolo Serralunga d’Alba.

Der harmonische 100 % Barbera d’Alba “Raimonda” mit nur 0,4 Restzucker wird für 12 Monate in Barriques aus französischer, amerikanischer und slawonischer Eiche ausgebaut und verfügt über dezente Noten von Rosen und kräftigen Aromen von Brombeeren, Zwetschgen und schwarzem Tee.

Der granatrote Barolo Serralunga D’Alba, 100 % Nebbiolo, ist mineralisch, harmonisch und schmeckt nach dunklen Früchten, Gewürzen, Rosen und vom Holz kommt etwas Vanille.

Am Ausgang des Kellers begegnet uns Plakatwerbung aus unterschiedlichen Jahrzehnten, hier die 50iger auf Plakaten, dazu noch alle möglichen historische Gegenstände und Flaschen und Etikette.

Und die Line-Ups der verschiedenen Linien werden hier präsentiert, die wir nicht alle probieren konnten.

Durch den Shop vorbei am Klavier geht in die Osteria Disguido zum Mittagessen.

Hinter dem Tresen werden Nudelplatten ausgewalzt, Nudeln geschnitten und Ravioli gefüllt.

Wir freuen uns auf Bollicine, dazu Salami, Mortadella und Käse.

Bei uns im Glas Alta Langa Limited Edition.

Fuoriclasse: Dolcetto d’Alba Treiso zu den hausgemachten Ravioli mit Käse-Spinatfüllung.

Zum Abschluß: Moncucco Grappa Moscato, 100% Moscato Bianco, 40 % Alkohol,

Schmeckt auch zu Quark mit roten Früchten.

Wir fahren etwas durch die hügelige Landschaft und besuchen das Weingut Marcarini.  Seit sechs Generationen wird der Weinbau in der Familie betrieben, die Räume liegen auf verschiedenen historischen Fundamenten eines Klosters und eines Turmes. Auf 30 ha werden Arneis, Barbera, Dolcetto, Moscato und Nebbiolo kultiviert.

Und nach einem kurzen Spaziergang durch den Keller sitzen wir auch gleich beim Tasting.

Im gemütlichen Tastingraum warten Dolcetto D’Alba, Nebbiolo, Barbera D’Alba und Barolo.

Barbera d’Alba “Ciabot Camerano” – hier werden die Trauben traditionell in Zement bei kontrollierter Temperatur fermentiert. Dann reift der Wein 8 Monate in slawonischer Eiche bevor er in die Flasche kommt. Üppig, vollmundig, mit Aromen von frischen roten Früchten und Pflaumen, etwas Rauch und getrockneten Blüten, dazu mit seiner hohen Säure passt Ciabot Camerano zu fettigen Gerichten, scharf gewürzten Steak und Grillfleisch, Salami und Käse.

Ciabot Camerano 2021 ist trinkfertig aber auch lange lagerfähig, nach 10 Jahren wäre die starke Säure besser ausbalanciert.

Dolcetto d’Alba Fontanazza 2022 ist frisch, fruchtig mit guten Trinkfluss, Marcarini beschreibt Fontanazza als ehrlichen Wein für jeden Tag, der zu allen Gerichten passt.

Langhe Nebbiolo “Lasarin” 2022, ist rubinrot mit einem blumigen Bukett und viele Geschmack von roten Waldbeeren. Psst gut zu Gegrillten Fleisch und Gemüse, zu Käse und Pasta.

Seit 2015 produzier Marcarini den Barolo Del Comune di Morra, ein Barolo, welcher die Lage Tortoniana am besten repräsentiert. Vinifiziert werden die Trauben gemeinsam mit Trauben der Lage La Morra. Frisch, elegant, blumig mit Aromen von Rosen und Veilchen.

Der Barolo „Brunate“ aus der gleichnamigen Lage ist der Vorzeigewein Marcarinis, zwei Jahre im reift er im großen Holzfass aus slawonischer Eiche.

Rubinrot, dunkel, tief, erdig, mit Aromen von Trüffel, Vanille, Gewürzen, Tabak und Waldfrüchten, ein traditioneller, eleganter Barolo.

Die Reben für den Barolo “La Serra” wachsen auf 380 Meter, der höchsten Lage des Weingutes.

8000 Flaschen werden jährlich produziert, La Serra ist der hellste unter den Barolo von Marcarini, er verfügt über etwas mehr Süße und frischere Tannine.

https://marcarini.it/

Brunate ist natürlich lange lagerfähig, auf der Anrichte stehen über 40 Jahre alte Jahrgänge.

Unser Tag endet am frühen Abend in Alba. In einer Enoteca kaufe ich Mitbringsel: Haselnüsse und Nusskuchen aus piemonteser Haselnüssen.

In einer nicht mehr geweihten Kirche um die Ecke gab es eine kleine Ausstellung zum Thema Asti Spumante zu besichtigen, mit Tafeln zur Geschichte, Werbung und auf Bildschirmen gibt es Videos von noch mehr Werbung und Kochrezepten.

Vor dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang durch die Stadt.

Neben der Kathedrale San Lorenzo befindet sich das Beppe Fenoglio Study Centre, benannt nach dem berühmten italienischen Schriftstller und Piemontesen Beppe Fenoglio.

Die Kathedrale ist beeindruckend mit ihrem Kirchenschiff, den unterschiedlichen Bemalungen, Fresken und den geschnitzten Chorständen mit sehr schönen Intarsienarbeiten.

Aus der Kathedrale raus geht es durch die Altstatt durch die Strassen vorbei an kleinen Geschäften Richtung Pizzeria.

Es gibt natürlich Boutiquen und Schuhgeschäfte, mich interessieren natürlich besonders die kleinen Delikatessengeschäfte mit Trüffel, Salami, Wurst und besonders schönen Süßigkeiten. Ein paar Mitbringsel kamen natürlich auch hier mit.

Wir sind angekommen in der Pizzeria Gusto Madre.

Gut besucht ist die stylische Pizzeria, wir beschäftigen uns mit der Karte und entscheiden uns erst mal schnell für das Getränk: Bollicine!

Cocchi Rosa AltaLanga Brut 2018 schmeckt zur Pizza mit Mozzarella Buffala genauso wie zur

Pizza mit Salsiccia oder Tonno. Die Pizza ist knusprig, dünn und perfekt belegt.

Spumante oder ein leichter Frizzante sind für mich immer die perfekte Begleitung zur Pizza. Und bei Spumante bleibt es und wir beschließen mit ihm den Abend.

https://gustomadre.it/

Ein Trüffelmuseum gibt es in Alba, auf der Piazza steht der von Ferrero gestiftete Brunnen “Alba”, das 12 Meter hohe Mädchenbildnis wurde von Bildhauer Valerio Berruti gestaltet. Und der Süßigkeitenstand nebenan ist großartig mit seinen farbigen Bonbons, Zuckerstangen und den tollen Verpackungen.

Ich danke dem Consorzio dell’ Asti DOCG für die Einladung zu dieser Pressereise.

Ich bin Petra Hammerstein, zwischen den Mahlzeiten führe ich unseren Fami­lien­betrieb, das Antiquariat Hans Hammer­stein in der Mün­chener Türkenstrasse. Mein Interesse gilt dem Essen und vom Mut anderer möchte ich erfahren.

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