Eine spätherbstliche Toskanareise mit Ruffino

(Werbung – Pressereise) Mitte November, bevor hier der Kälte einbricht, finde ich es wunderbar,
noch ein paar Tage in den Süden zu reisen.
Es muß auch nicht sehr weit sein.

Italien ist immer ein Lieblingsziel, wo es neben etwas Nebel und gelegentlichen Regen noch goldene Herbsttage in der sanften Landschaft zu erleben gibt.
Am besten das Ganze natürlich kombiniert mit Wein, um das Essen mache ich mir in Italien nie Sorgen.

Geladen hatte Ruffino zu einer Erkundungstour seiner über das Chianti verteilten Weingüter.

Poggio Casciano, unsere Basis, liegt nur etwa 20 Kilometer von Florenz entfernt und ist so auch gut mit dem Taxi zu erreichen.
Die Villa aus dem 14. Jahrhundert bietet neuerdings Übernachtungsmöglichkeiten, im modernen Seitenbau und Weinkeller werden Tastings angeboten. Dazu natürlich Führungen durch den Weinkeller.

Schön ist es dort im gemütlichen Bett aufzuwachen und aus dem Fenster über die goldenen Weinberge zu schauen.
Nach einem Frühstück ging es dann auch schon zur nächsten Weingut.

Die „Capella di Santedame“ ist die Namensgeberin des Weinguts, ehemals befand sich dort ein Benediktinerkloster.
Das einzig davon übrige Gebäude ist die Kapelle, sie beherbergt ein berühmtes Madonnenfresco.
Von weitem leuchtete schon das herbstlich rote Laub der Colorinoreben.

Von „Santedame“ ist nicht weit zum nächsten Weingut „Gretole“.

Hier wächst auf dem Hof ein zauberhafter Baum mit den hübschesten Früchten und Blüten.
Katzen sitzen im Fensterrahmen der antiken villa und drinnen ist es gemütlich.
Bevor ein unkompliziertes Mittagessen serviert wurde ging es zur ersten Weinprobe.

„Sante Dame“ ist ein Blend, zumeist aus 90% Sangiovese, der Rest Colorino und Merlot.
Der Jahrgang 2016/17 bestand wiederum ausschließlich zu 100% Sangiovese
6 Monate lagert der Wein in 9 Jahre alten, gebrauchten Fässern, die jedoch niemals älter als 9 Jahre sind.

Riserva Ducale 2014, ein Chianti Classico Riserva, verbringt 2 Jahre im Stahl und 2 Jahre im Barrique.
80% Sangiovese, 20% Merlot
Produktion 1 Million Flaschen

Riserva Ducale Oro 2014
80 % Sangiovese, 5% Colorino, 10% Merlot
Produktion 300.000 Tausend Flaschen

Gran Selezione ist weicher und gilt somit etwas moderner als Ducale, verfügt über weniger Säure als vor 20 Jahren.
Ausgebaut in großen Fässer, mit Noten von Pflaumen, Kirschen, etwas Zimt und minimal Vanille aus dem Eichenfass.

Romitorio Chianti Classico Gran Selezione
Jahrgang 2007
60% Colorino, 40% Sangiovese
Produktion 6000 Flaschen
Jahrgang 2015 war es andersrum:
90% Sangiovese, 10% Colorino
Die Tannine gehen hier etwas Richtung Sherry.

Nach einer Weinprobe mag ich immer gerne die Platten von Salami, Schinken und dem typischen ungesalzenen Weißbrot der Toskana.

Gefolgt von einer feinen weißen Gemüselasagne mit gemischten Salat.
Dazu das hauseigene Olivenöl und der Chianti Superiore D.O.C.G., dessen Flasche bewusst an den sogenannten „Fiasco“ anlehnt.
Die Bastflasche erinnert an die 50.er Jahre, die Italienromantik der Deutschen.
Als noch Lieder gesungen wurden wie “ ja der Chianti-Wein…“
Die Bastflasche hatte früher die einfache Funktion, das Glas zu schützen.

Erst später erlangte die Flasche Souvenirstatus, geleert im Partykeller zum Kerzenleuchter umfunktioniert.

Die moderne Variante spielt mit dieser Erinnerung, der Bast ist schlanker gestaltet
und die Flasche sieht am Tisch hübsch aus.

Am nächsten Tag zog Nebel auf, dem folgte starker Regen und anschließend Sprühregen.
Nicht so einladend auf Anhieb, um eine zweistündige Fahrt nach Montalcino zu unternehmen.
Die aber gerade des Regens und Nebels wegen besonders in Erinnerung blieb, die Feuchtigkeit, der dürre Kakibaum und das Fortezza di Montalcino im Dunst.

Drinnen wurde zur ausgiebigen Brunello di Montalcino Verkostung geladen.
Im Weinkeller war es warm und angenehm, in die Gläser kommen verschiedene Jahrgänge Greppone Mazzi.

Der Brunello wird komplett auf Greppone Mazzi hergestellt, von der Ernte bis über Fermentation, Reife und Abfüllung.

Greppone Mazzi

2007
Weich, fruchtig, erschließt sich leicht, wenig Säure, weniger elegant.

2000
Kräftig und voll, würzig, gut strukturierte mit feiner Säure.

2011
Elegant-floral, dunkle Kirsche, etwas weißer Pfeffer, schöne Tanninstruktur.

2012
Ein schwieriges Jahr mit viel Regen.
Pflaume, Kirschen, rote Beeren, dazu leicht metallisch, und eine Note von Blut.

2013
Ein sonniger Jahrgang, frische Säure und viel rote Früchte neben etwas Pflaume und Gewürznoten.

Der Ruffino Stil zieht sich durch alle Jahrgänge: nicht marmeladig, wenig Holz, kein Eichengeschmack, Tannine ausschließlich aus dem Holz, nicht wuchtig, schlank und elegant.

Das Abendessen wurde auf Poggio Casciano serviert: eine elegante Parmigiana und ein imposanter Braten aus der Hochrippe.
Das Mittelstück perfekt blutig für mich.
Zum Abschluß noch eine kleine Pannacotta, dazu ein Moscato.
Zum Espresso ein Gläschen Grappa Riserva Ducale Oro, der in Zusammenarbeit mit der Destillerie Berta in Casalotto di Mombaruzzo / Piemont hergestellt wird.

Dann ging es wieder ins gemütliche Bett, ich habe hervorragend geschlafen.

Ich danke Ruffino für die Einladung.

 

 

 

4 Comments

  • 10 Monaten ago

    Genau, ein Erdbeerbaum. Wollte ich auch gerade melden. Davon gibt es einen super herben Honig (rar), zu kaufen im Honighäuserl auf dem Viktualienmarkt.

    • 10 Monaten ago

      Dann mach ich mich mal auf ins Honighäuserl, danke für den Tip!
      Liebe Grüße
      Petra

  • Andrea
    10 Monaten ago

    Hallo Petra,

    als erstes habe ich mich gefragt, was ist dass wohl für ein Baum ist?

    Hier ist die Lösung: https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeerb%C3%A4ume

    Ein schöner Ausflug nach Italien. Bin immer ein bisschen von Fernweh geplagt, aber na ja. Mag es auch gern richtig blutig.

    Lieben Gruß

    • 10 Monaten ago

      Liebe Andrea,
      vielen Dank, so hübsch ist der Baum!
      Mich zieht es auch langsam wieder weg, mir ist es schlicht zu kalt und Schnee in der Stadt ist auch nicht sonderlich schön….
      Liebe Grüße
      Petra

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