Grand Café de Turin

Kaisergranaten und Taschenkrebs
Kaisergranaten und Taschenkrebs

Das Café Turin stellt eine Institution in Nizza dar.
Direkt an der Place Garibaldi gelegen war das Café Turin im 17. Jahrhundert
eine Postkutschenstation.
Seit über 100 Jahren ist es auf Meeresfrüchte spezialisiert, Muscheln, Austern, Meeresschnecken, Crevetten, Langusten, Räucherlachs, Taschenkrebse und Kaisergranaten stehen auf der Karte.

Der Besuch des Turin war ein Muß, nur wusste ich nicht, ob ich mittags oder abends hingehen soll. Der Abend hat ja den unbedingten Vorteil der Weißweinbegleitung.
Aber es war an diesem Tag regnerisch und kühl, wo ein Lokal immer eine Heimat bietet. Und eine Meeresfrüchteplatte ist ein perfektes spätes Frühstück oder auch Mittagessen für mich.

Angebot des Tages waren die Kaisergranaten, was mir sehr gelegen kam.
Den gekochten, kalten Taschenkrebs mit Aioli liebe ich, ich mag Essen mit Beschäftigung, er muss auf jede Meeresfrüchteplatte. Der bereitgelegte Latz ist hier übrigens nicht übertrieben.
Als ich Seeigel bestellen wollte gab’s leider keine. Ich meinte, ich hätte doch gestern einen großen Korb vor der Türe gesehen. Die Antwort: ja, gestern….

Das Café Turin bezieht seine Ware nicht vom Fischmarkt, sondern verfügt über eigene Quellen, Fischer und Taucher beliefern das Lokal.
Somit ist alles extrem frisch und eben auch manchmal aus.

Das Publikum ist gemischt, alle Altersklassen, Einheimische wie Touristen, auch kommt man schnell ins Gespräch.
Mein Krebs samt Gewerkel mit Zange und Puhlbesteck wurde viel beäugt, bis mich der Nachbartisch fragte, ob der denn gut sei. Klar: unbedingt probieren, das Gespräch machte die Runde im Lokal und so wurden an den verschiedenen Tischen Krebse bestellt, geduldig gepuhlt und die Zangen aufgeknackt.
Links neben mir wurde der Krebs als hässlich empfunden, dort blieb man bei der klassischen Mischung von Crevetten und Austern.

Ein schöner Restaurantbesuch um die Mittagszeit, ich hätte abends nochmal hingehen sollen.
Die heißen Muscheln im Topf wären es noch gewesen, die hatte ich am Nachbartisch gesehen und vielleicht wären ja wieder Seeigel eingetroffen bis dahin.
Aber ich wollte ich gerne noch die Socca an der Ecke bei mir probieren und die gerne am Abend zu Bier.

Vor dem Lokal steht ein großer Stand, hier kann alles im Strassenverkauf nach Hause mitgenommen werden. Mein Traum….

Wenn möglich die Gasträume von der Ecke aus betreten, die Räumlichkeiten sind dort schöner. Und wenn es dort voll ist: Platz nehmen wo Platz ist und bestellen.
Oder vorher reservieren.

Café de Turin

draussen war e mittags noch regnerisch
draussen war es mittags noch regnerisch

die Etagere steht schon bereit
die Etagere steht schon bereit

zwar ohne Seeigel, aber Taschenkrebs und
zwar ohne Seeigel, aber Taschenkrebs und

Kaisergranaten
Kaisergranaten

viel Gepuhle
viel Gepuhle

zwischendurch wird abgeräumt
zwischendurch wird abgeräumt

und am Ende war ich doch satt
und am Ende war ich doch satt

auch abends gibt es was zum Mitnehmen
auch abends gibt es was zum Mitnehmen

täglich von 8:00 Uhr morgens bis 22:00 Uhr geöffnet
täglich von 8:00 Uhr morgens bis 22:00 Uhr geöffnet

2 Kommentare

  • Andrea
    5 Jahren ago

    Hallo,

    toller Bericht und Schutzkleidung beim Essen ist auch nicht sooo ungewoehnlich und schafft auch eine nette Gemeinsamkeit/Verbindung im Lokal. vor allem wenn man dies nicht so wie ich schon seit Kindertagen gewohnt ist. Mit Nussknackern und Zangen bewaffent bei Tisch zu sitzen. Da wurden die Nussknacker schon mal knapp. Ich mag dieses Gemeinschaftserlebnis, als wenn jeder ohne weitere Aktion sein essen zu sich nimmt. Ist mal was anderes und es sollte jeder mal probieren und sich nicht scheuen mal was anderes zu bestellen nur weil man nicht weiss wie man es zu essen hat, dafuer ist das Servicepersonal da, dass einen aufklaert und anleitet, einem zum gegebenen Zeitpunkt eine Fingerbowle reicht.

    Mit freundlichen Gruessen
    Andrea

    • Petra
      5 Jahren ago

      Liebe Andrea,
      stimmt, gemeinsames Knacken, Pulen usw. verbindet.
      Und scheuen sollte man sich wirklich nicht, auch wenn man keinen Schimmer hat: zugeben, dass man keine Ahnung hat kann sehr charmant sein…. Liebe Grüße Petra

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