Mein Tip für Weihnachten, Silvester und Neujahr: trinkt Lambrusco!



Mitte November fand in Bologna die Enologica 2017 statt.
Fantastisch zentral gelegen, im historischen Palazzo Re Enzo, präsentierten 118 Winzer
aus der gesamten Emilia-Romagna ihre Weine.
Die Weine der Emilia-Romagna waren natürlich gebührend vertreten:
Albana, Gutturnio, Pignoletto, der Sangiovese aus der Romagna und der Lambrusco der Emilia.

Für eine Weinmesse in der Emilia-Romana selbstverständlich, für mich eine
große Überraschung: Lambrusco in einer solch enorm großen Auswahl.
Farben von zarten rosé bis zu kräftigen rot-lila sind alle vorhanden, ebenso mit den Farbschattierungen auch alle Geschmacksrichtungen.

Ein Vorurteil muss als erstes ausgeräumt werden: Lambrusco ist nicht gleich eine
billige Kopfwehbrause.
Wie er den 80ziger Jahren durchaus in 2 Literflaschen in den Supermärkten präsent war.

Aber tatsächlich hatten (und haben) wir eigentlich keine Ahnung, was der perlende Wein
für die Menschen der Region ist: ein grandioser Speisenbegleiter.

Die Gerichte der Emilia-Romana sind extrem deftig und fettig, genau hier
setzt der Lambrusco ein: “Sgrassare” e „Pulire la bocca“.
Das Perlende zieht prickelnd das Fett vom Gaumen und reinigt die Schleimhäute.
Wobei die Säure eine Rolle spielt, ob der Lambrusco fruchtig, leicht, lieblich,
tiefrot oder auch ganz unerwartet naturtrüb sein kann.

Eben der naturtrübe „LAMBRUSCO RADICE“, Lambrusco di Sorbara, war unser
aller Liebling: weiße Johannisbeere, Rhabarber, etwas Hefe mit feiner Perlage.
Meine Mitreisende Journalistin Lena Sarnholm war mit mir immer auf der Suche nach Radice,
er war unser Begleiter am ersten und am letzten gemeinsamen Abend.
Sobald ich in die Gegend komme folge ich sofort Alberto Paltrinieri’s Einladung
sein Weingut zu besuchen.

Wie für mich gemacht: das „Teatro dei cuochi“.
Dort kochten täglich drei Köche/Köchinnen zu einer traditionellen Idee.
Der Höhepunkt hier war wohl Kondo Takahiko, Sous Chef der legendären Osteria Francescana von 3 Sterne Chef Massimo Bottura, dazu gibt es noch einen extra Eintrag,

Zum Thema Lambrusco kochten Kondo Takahiko und seine Frau, Karime Lopez Moreno Tagle
von Lima’s Central Restaurante, handgemachte Tortellini in Kapaunbrühe.
Serviert wurden die Tortellini aber in einer leicht mit Dashi versetzten Brühe, der Kapaungeschmack kam gewünscht-kräftig durch.

Umso erstaunter war ich, als vor einer Woche im Londoner Thai-Grill-Restaurant Kiln auf der Weinkarte zwei verschiedene Lambrusco standen.
In London ist der Lambrusco also bereits angekommen.
Und genau wie in Bologna wird er hier zu deftigen und fetten Speisen serviert.
Das Kiln bietet auch zwei Naturweine an und ist unbedingt zu empfehlen.

Vielleicht findet sich ja noch ein Fläschchen, zum Beispiel von Cantina Paltrinieri, Medici oder Cantina Settecani.

2 Kommentare

  • 6 Monaten ago

    Lambrusco kann so lecker schmecken, Gottseidank erkennen das immer mehr. 😉

    • 5 Monaten ago

      Stimmt, dann gibt es ihn auch wieder öfter zu kaufen….

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