Mit dem Gambero Rosso unterwegs in Salento

Die Halbinsel Salento gehört administrativ zur Region Apulien und umfasst die Provinzen Brindisi, Lecce und Tarent.

Auf 100 Kilometer Länge und 40 Kilometer Breite bietet der Stiefelabsatz Italiens die schönsten Städte, großartige Strände, Kultur, Ausgrabungen und natürlich eine traditionelle Küche und Gastronomie mit vielen typischen Gerichten.

Auch das Weinbaugebiet hat eine lange Geschichte, in der sich in den letzten Jahrzehnten vieles getan hat. Tradition und moderne Technologie in Verbindung oder auch nur traditionelle Produktion bringen hier spannende Weine in allen Preisklassen hervor.

Auch in kleineren Städten wie Oria ist abends in Restaurants, Cocktailbars und Musikkneipen viel los. Nach einer gefühlten Ewigkeit begegnet uns hier wieder Floppy Disc, als Untersetzter für das Cocktailglas. Und ob in Lecce, Oria oder Manduria, egal ob in Bars oder Hotels, überall schmecken die Cocktails ganz hervorragend.

Das Relais Reggia Domizia liegt etwas ausserhalb von Manduria, mit dem Auto sind es aber nur wenige Minuten. Ein Auto ist empfehlenswert, ausser man wohnt in einer der Städte wie Lecce, Brindisi oder Manduria und möchte nur dort bleiben. Was auch schön ist, doch anderseits sin die Wege im Stiefelabsatz Italiens kurz, es ist nicht weit ans Meer und besonders die kleinen Städte verfügen über viel Charme.

Zurück zum Reggia Domizia: mit seinem riesigen zauberhaften Garten und den entsprechenden Räumlichkeiten zum feiern, essen und übernachten der ideale Ort zum heiraten oder für Feiern aller Art. Aber auch ohne Party ein tolles Hotel mit schönen Zimmern und freundlichen Angestellten.

https://www.reggiadomizia.it/

Zurück nach Lecce: Das /BN befindet sich in einem ehemaligen Sitz der Banca Napoli, woher auch der Name rührt. 5 Millionen € investierte René De Picciotto um den Palazzo in ein Luxusresort zu verwandeln. 13 Appartements zu Ferienzwecken oder zum Kurzzeitwohnen, Fitnessstudio, die Banco-Lounge Bar oder die Ammos Fisch-Bar, die Meeresspezialitäten bietet und ein Dachgarten. Dazu das Restaurant RED im monumentalen ehemaligen Schaltersaal der Banca Napoli. 

Viel Spaß hatten wir beim Aperitif in der Bar mit Polpette, Kroketten, Focaccia und Capocollo (Kalabrischer Schweinenacken), Pittule (frittierte Teigbällchen) und Panzerottoi (ausgebackene Teigtaschen). Die frische Begleitung im Glas: Leone de Castris Five Rose Salice Salentino Metodo Classico 2020.

Das Menü wurde von den uns bereits bekannten Weinen begleitet,

Der erste Gang, die Meerespalette. Zitronen-Kartoffelcreme, Auster mit Zitrusaromen, Amberjack Speck, Sepianudeln, Oktopus im eigenen Saft gegart. Begleitet von Rosarò, Negroamaro Rosato Salice Salentino DOC – Freudi Guagnano. Oder Tiana Salice Salentino Bianco DOC – Due Palme.

Zur Pasta mit Fisch und Tiefsee-Fischsoße konnte auch Rotwein stand auch Rotwein zur Wahl, Dieci Anni Negroamaro Salice Salentino DOC von Freudi Guagnano.

Zur Ombrina mit Frisa-Kruste kam Santa Croce ins Glas, Salice Salentino Riserva DOCG von Vigneti Reale.

Und Cantalupi Salice Salentino Riserva DOCG von Tenute Conti Zecca, den wir schon beim Tasting in der Academy für uns entdeckt hatten.

Cantalupi blieb auch meine Weinbegleitung zum Dessert: Haselnusskuchen mit Haselnusseiscreme und Lentisk Custard.

Der Süßwein zum Abschluß: Aleatico -Salice Salentino Dolce von Candido.

Am Nachmittag findet das Tasting in der Gambero Rosso Academy statt.

An der Academy können sich professionelle Gastronomen wie auch Amateure fortbilden, wir haben auf dem Weg durch die Academy die großzügige Küche besucht, in der die Kochkurse stattfinden.

In Lecce, Rom, Palermo: https://www.gamberorosso.it/academy

Ein Museum gibt es auch, das „Museo della Stampa“. Hier sind imposante Druckpressen ausgestellt, dazu Exponate und Erklärungen zur Geschichte der Tageszeitung

Im Innenhof der Academy war schon vorbereitet für das abendliche Tasting.

Aber zuvor verkosten wir einige der Weine der letzten Tage, geleitet von Marco Sabellico: Primitivo di Salento DOC, Brindisi DOC und Salice Salentiono DOC.

Zu verkosten waren neun Weine, ein Rosato und acht Rotweine. Ein kleiner Rückblick auf die letzten Tage und auch ein Vorgeschmack auf den Abend im Innenhof.

Im Anschluss wurden alle Weine von ihrem Winzern im schmucken Innenhof des Institut präsentiert, dazu typisches Fingerfood der Gegend: Focaccia, Puccia (gefüllte Brötchen), typische Käse aus Salento, Brot und Olivenöl, Süßes gab es natürlich auch.

An einem Tag voller Tastings wird tatsächlich wenig getrunken, das meiste spuckt man aus.

Da unser Tag in Lecce mit einem Büffet endete war noch Platz für einen Cocktail im „quanto basta“.

2013 eröffnete Diego Melorio mit Andrea Carlucci das „quanto basta“ inmitten der Altstadt, seither haben die beiden regelmäßig Preise abgeholt, zuletzt platz eins bei den Spirited Awards 2023 als einzigartiges Barteam Italiens, unter 10 europäischen Teams. Die Bar ist sehr beliebt bei den Einheimischen, darunter mischen sich auch einige Touristen.

Der Gastraum ist nicht besonders groß, aber die Terrasse vor dem Lokal bietet viel Platz.

Diego Melorio kreiert ungewöhnliche Cocktails, wobei er sich bei den Zutaten auch von seiner Heimat Salento inspirieren lässt. Wie im Cocktail der Woche im Gambero Rosso: Salento liquore Cornula, Peperone cornetto, Grappa bianca di Moscato. acqua di pomodoro, Salento Liquore Focumeu

Hier ein Rezept:

https://www.gamberorosso.it/notizie/cocktail-della-settimana-punta-palascia-di-diego-melorio-del-cocktail-bar-quanto-basta-a-lecce/

Wir beschließen unseren Abend mit einem kleinen Rundgang durch Lecce, wo wir am Vortag schon abends für unser Gruppenfoto vor dem Rathaus posiert haben.

Tagsüber ist Lecce eine einladende, freundliche Stadt mit den schönsten Bauwerken, viel Kultur und vielen Restaurants und Cafés.

Gegenüber dem römischen Amphitheater auf der Piazza Sant’Oronzo gibt es im schönen Café Alvino das angeblich beste Eis in Lecce, war auch wirklich sehr gut.

Zum Mittagessen hatten wir uns in der Enoteca Mama Elvira verabredet.

Die große Auswahl an Weinen bietet die Enoteca auch im Glas an, die Speisekarte ist klein, aber von uns hat jeder etwas gefunden und war glücklich. Auf der Homepage von Mama Elvira sind noch andere Restaurants zu entdecken wie Korte, Pandolfi, hier ist man auf Austern und rohen Fisch spezialisiert.

https://mammaelvira.com/

Zum Tatar bestellte ich ein Glas Castello Frisari Vino Spumante Negroamaro Rosato D.O.P. Biologico Annata 2022, die Flasche wurde frisch geöffnet, fruchtig und mineralisch schmeckt der Ancestrale und war eine tolle Begleitung zum rohen Fleisch.

Das Tatar, das von Hand geschnitten war, dazu Meersalz, kapern, Zwiebeln, Paprika und Pfeffer.

Und natürlich Olivenöl.

Gefüllte Auberginenröllchen, Lasagne und Polpette waren aber auch verführerisch.

Besonders schön ist Lecce auch nachts, wenn alles beleuchtet ist und Ruhe in die Stadt eingekehrt ist.

Ich bin Petra Hammerstein, zwischen den Mahlzeiten führe ich unseren Fami­lien­betrieb, das Antiquariat Hans Hammer­stein in der Mün­chener Türkenstrasse. Mein Interesse gilt dem Essen und vom Mut anderer möchte ich erfahren.

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