Seespinne II

Mit Kräutern bestreuen
Mit Kräutern bestreuen

Heute habe ich mich gefragt, ob ich die einzige bin, die das Innere des Körpers von Krebsen oder Seespinnen isst.
Denn liest man darüber nach finden sich fast nur Anleitungen zum Knacken der Beine und Scheren, in einem Video wird aber zumindest der Körper eines Taschenkrebses ausgelöst und das Innere neben das ausgepuhlte Fleisch gelegt.

Was Andere mit dem Körper machen, keine Ahnung.
Jedenfalls befindet sich ein Teil Essbares darin, was nicht sonderlich verlockend aussieht,
aber sehr gut schmeckt und was ich besonders schätze.

Wie im Taschenkrebs auch handelt es sich bei der Seespinne um eine Art braune Paste, zwar etwas flüssiger, und rote Klümpchen, ähnlich der Corail.
Mit etwas Mayonnaise zu Brot immer fein, es passt aber auch ein wachsweich gekochtes Ei dazu, mit etwas Fleisch aus den Beinen dekoriert, frischen Kräutern (am liebsten Schnittlauch, Petersilie oder Kerbel) und die Mayonnaise, optimal wenn selbst gemacht.
Ein Gericht, das ich besonders Mittags gerne esse.

 

Das Innenleben optisch nicht sehr verlockend
Das Innenleben optisch nicht sehr verlockend

im Gegensatz zum Rogen
im Gegensatz zum Rogen

wie Eiersalat anmachen
wie Eiersalat anmachen
Auf Weißbrot geben
Auf Weißbrot geben
und mit einem halben Ei und dem Rest vom Kopf belegen
und mit einem halben Ei und dem Rest vom Kopf belegen
Die andere Hälfte vom Ei mit etwas Seespinnenfleisch
Die andere Hälfte vom Ei mit etwas Seespinnenfleisch

Rezept

Rezept für zwei Personen

Seespinne II

  • Eine Seespinne
  • 4 Eier
  • 2 EL Mayonnaise
  • etwas Zitrone
  • 1/2 Baguette
  • Salz/Pfeffer
 
  1. Seespinne abbürsten und mit kalten Wasser abspülen
  2. Die Seespinne ins kochende Wasser werfen, Deckel drauf und 10 Minuten köcheln
  3. Weitere 10 Minuten ziehen lassen, aus dem Wasser nehmen und abkühlen lassen
  4. Die Beine herausbrechen (geht einfach), mit einer Krebszange knacken und das Fleisch herauspuhlen
  5. Mittelgroße Eier 8 Minuten kochen
  6. Ein stabiles, scharfes, aber eher kurzes Messer zwischen Körper und Deckel einführen und den Deckel anhebeln. Den Körper so rundum öffnen und teilen.
  7. Im Körper befindet sich etwas Corail und braue Masse, die Flüssigkeit kann abgegossen werden

  8. Die Eier schälen, 2 davon in kleine Stücke schneiden und mit der Mayonnaise, Zitrone, Salz und etwas Pfeffer zu einem Salat anmachen. Etwas vom Inneren des Seespinnenkörpers zugeben und etwas vom Rogen zur optischen Verschönerung
  9. Brot in Scheiben schneiden, den Eiersalat aufstreichen, ein halbes Ei auflegen und noch etwas vom Seespinnenkopf darüber verteilen.
  10. Die andere Eierhälfte mit dem  Fleisch der Seespinnenbeine dazulegen und mit den Kräutern bestreuen

6 Kommentare

  • 3 Jahren ago

    Petra Hammerstein, seit vierzig Jahren fähre ich regelmäßig nach Venedig, jetzt zum erstenmal länger in einer wunderbaren Wohnung, zum Markt gehen, einkaufen und kochen, ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung. jetzt stand die Seespinne auf dem Speiseplan, vieleicht morgen…. kennst du Nervi oder auch Nervetti genannt? kein Fisch sondern vom Rind, irgendwo vom unteren Teil des Fusses,weiß und knorpelig, meine Kinder und ich lieben es, es wird als Cicchetti angeboten, leider nicht sehr verbreitet, wohl aber eine Echte venezianisch Spezialität…. vielleicht gehen wir erstmal ins Modonna, wir wohnen nicht weit davon….
    ciao Andreas

    • Petra
      3 Jahren ago

      Hallo Andreas,
      jetzt bin ich etwas spät dran mit der Antwort und den Nervi.
      Ich kenne Nervi gut, habe sie in Venedig schon im Supermarkt gekauft und esse sie dort gerne, aber wie Du sagst: gibt es nicht mehr oft.
      Eigentlich sind sie mir ursprünglich aus München bekannt, es sind die Sehnen vom Kalbsfuß, knorpelig und ich hab das ja sehr gerne.
      Den isst man hier zwar anders, aber die Sehnen sind dabei, auch ein Lieblingsgericht seit der Kindheit.
      Bis vor einigen Jahren war ich auch jedes Jahr in Venedig, dann wurde ich durch den Foodblog etwas abgelenkt und bin nicht mehr hingekommen.
      Fischmarkt und Kochen war auch immer ein Plan, aber mir war da eine Woche immer zu kurz und die Wohnung auch zu klein.. Aber das mache ich auch mal! Wie ging es mit der Seespinne und der Trattoria Madonna weiter? Die ist immer eine Bank, wenn alles ausgebucht ist einfach anstehen… Liebe Grüße Petra

  • Hans-Martin
    6 Jahren ago

    Du bist keineswegs die Einzige, Petra. 

    Wenn man mal in Asien gewesen ist, fällt es vermutlich leichter, auf den Geschmack zu kommen. Seeigel in Japan oder Shanghai Crab in China/Hong Kong/Singapur. Da lernt man, dass nicht alles aus dem Inneren schmackhaft ist, z.B. die dunklen Lungenlappen (gilt für alle Schalentiere, auch und besonders für Königskrabben, ob aus Kamtschatka oder Alaska). Mit der Milche oder dem Rogen ist es wie mit Bries oder Fischeiern: Die einen mögen’s, die andern schüttelt’s.PS. Bin erst jetzt auf Deinen Blog gestoßen und habe gleich viel gestöbert. Sehr vielfältig und abwechslungsreich, locker getextet und anregend bebildert! Du hast einen neuen ‚Follower‘.

    • Petra
      6 Jahren ago

      Das ist fein…  Asien ist ja paradiesisch in dieser Richtung, ich esse ja fast alles und Hong Kong ist großartig. Liebe Grüße Petra

  • Henning
    6 Jahren ago

    Das Innere hatte ich bisher auch immer dem Mülleimer übereignet, weil man mir gesagt hatte, dass es nicht essbar sei (und das Aussehen unterstrich dieses Gebot in beeindruckender Weise). Wenn dir das schmeckt, wird es mir sicher auch munden. So mit Eiern und dem Rogen angemacht sieht es jedenfalls sehr lecker aus. Ich freu mich auf den nächsten Krebs (auch wenn der die Freude nicht erwidern wird).

    • Petra
      6 Jahren ago

      Bei Krebs ist es immer super, mit Mayonnaise…
      Bei der Seespinne war ich selbst nicht so sicher, die Konsistenz ist flüssiger, wobei ich das sehr Flüssige abgieße. Die cremige Konsistenz ist aber der des Krebses sehr ähnlich, dazwischen finden sich auch die roten corailähnlichen Teile, die ich auch ohne Mayonnaise esse.
      Probier’s aus, bin gespannt und erzähl… Liebe Grüße
      Petra

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